Vatikan – der Superkonzern

by André Dietrich

Manch Gegner sieht im Papst nur den Vorgesetzten einiger Junggesellen, die die Kindlein intensiver lieben, als sie dürften. Für andere ist Benedikt lediglich Chef des letzten europäischen Feudal-Staates. Was viele vergessen, ist das soziale Engagement des Vatikans. Und auch das:

Der Vatikan ist der älteste Konzern der Welt. Quasi der erste Global-Player! Mit interessanten Vermögenswerten (Stand 1998):

  • Immobilien: Die Katholische Kirche zählt zu den größten Immobilienbesitzern in Deutschland. Und anderswo auch: Die Liegenschaften allein in Rom belaufen sich auf 15 Millionen Quadratmeter
  • Beteiligungen rund um den Globus: Z. B. an französischen Erdölgesellschaften, bolivianischen Zinngruben, argentinischen Gaswerken, an fast allen italienischen Elektrizitätswerken, Eisenbahnen, Fiat
  • Große Aktienpakete über Treuhänder bei AT&T, General Motors, McDonnel Douglas, Prudential Life, US-Steel
  • Banken: Eine der größten Banken der Welt – Bank of America – wird zu 51 % von Jesuiten kontrolliert. Direkte oder indirekte Kontrolle italienischer Banken wie die Römische Bank, die Landwirtschaftsbank, das Zentrale Kreditinstitut

Zusätzlich genießt der Vatikan Vorteile, von denen andere Konzerne nur träumen können. In Deutschland etwa …

  • fließt Kirchensteuer auf die Konten des Vatikan
  • diese Kirchensteuer wird sogar preisgünstig vom Staat erfasst und eingezogen
  • der Erhalt von Kirchengebäuden wird oft staatlich bezuschusst Und ganz nebenbei …

… arbeitet die katholische Kirche seit Jahrhunderten mit sehr effektiven Management-Methoden. Auch hier wieder spektakuläre Ergebnisse :

  • hoch motivierte Mitarbeiter
  • Mitarbeiter, die sich extrem auf ihre Aufgaben konzentrieren können. Da ein Familienleben wegfällt
  • Lean Management: Flachere Hierarchien als bei vielen mittelständischen Unternehmen

Na dann: Auf die nächsten 1000 Jahre.

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